Pflegebericht schreiben: Anleitung, Struktur & Beispiele

Vollständige Anleitung für professionelle Pflegeberichte – mit Schritt-für-Schritt-Struktur, typischen Fehlern und 75 Formulierungsbeispielen.

Anleitung·Beispiele·FAQ·Kostenlos

Was ist ein Pflegebericht?

Ein Pflegebericht ist eine schriftliche Dokumentation beobachtbarer Veränderungen des Gesundheitszustands, durchgeführter Pflegemaßnahmen und besonderer Ereignisse in der Pflege. Er wird von Pflegefachkräften und Pflegehilfskräften im Rahmen der Pflegedokumentation geführt, enthält ausschließlich beobachtbare Fakten und dient als rechtlich relevantes Dokument. Ein Pflegebericht ist kein Befundbericht und stellt keine Diagnosen.

Pflegebericht schreiben – so geht es

1

Fakten sammeln – was wurde beobachtet?

Bevor Sie schreiben: Was genau haben Sie gesehen, gehört oder gemessen? Wann war das? Wo befand sich die Person? Welche Maßnahmen wurden bereits eingeleitet?

2

Datum, Uhrzeit, Handzeichen

Jeder Eintrag beginnt mit Datum und exakter Uhrzeit. Am Ende steht das Handzeichen oder Kürzel der dokumentierenden Person. Kein Eintrag ohne Zeitstempel.

3

Sachlich formulieren – Beobachtung, nicht Bewertung

Nur beobachtbare Fakten: was wurde gesehen, gehört, gemessen. Keine Vermutungen („anscheinend"), keine Diagnosen, keine Bewertungen („schwierig"). Direkte Zitate der pflegebedürftigen Person in Anführungszeichen.

4

Maßnahme und Reaktion dokumentieren

Was wurde getan? Wie hat die Person reagiert? Wer wurde informiert (mit Uhrzeit)? Was sind die nächsten Schritte?

5

Zeitnah eintragen

Pflegebericht so bald wie möglich nach dem Ereignis schreiben – spätestens bis zum Ende der Schicht. Gedächtnislücken entstehen schnell und können rechtlich problematisch werden.

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Die Grundstruktur des Pflegeberichts

Bewährt hat sich folgendes Schema für jeden Pflegeberichteintrag:

ElementWas gehört reinBeispiel
ZeitangabeDatum und exakte Uhrzeit07.06.2026, 14:15 Uhr
BeobachtungWas konkret festgestellt wurdeBewohner aufgefunden liegend auf dem Boden vor dem Bett
ZustandKörperlicher/psychischer Zustand, SchmerzskalaKeine sichtbaren Verletzungen, Schmerzangabe 3/10 NRS
MaßnahmeWas wurde getanRB Fr. Weber und HA Dr. Braun informiert
ReaktionWie hat die Person reagiertBewohner verblieb ruhig im Bett bis zur Untersuchung
WeiteresNächste Schritte, AnordnungenNachbeobachtung 24h, Sturzprotokoll ausgefüllt
HandzeichenKürzel der dokumentierenden PersonMu. (Mustermann)

Gut vs. schlecht: direkte Vergleiche

Ungünstig
"Er ist gestürzt."
Professionell
"Bewohner wurde um 14:15 Uhr liegend auf dem Fußboden vor dem Bett aufgefunden. Keine sichtbaren Verletzungen, Schmerzangabe 3/10 NRS rechtes Knie. RB und HA informiert. Vitalzeichen stabil."
Ungünstig
"Hat anscheinend Schmerzen."
Professionell
"Bewohnerin äußerte um 10:30 Uhr Schmerzen im linken Knie, Stärke 6/10 NRS. Keine Schwellung sichtbar. Bedarfsmedikation lt. AVO verabreicht."
Ungünstig
"War wieder aggressiv."
Professionell
"Bewohnerin äußerte bei der Körperpflege (08:30 Uhr) laut: 'Lassen Sie mich in Ruhe!' und zog beide Arme zurück. Pflege unterbrochen, nach 10 Minuten Pause kooperierte sie vollständig."
Ungünstig
"Hat gut getrunken."
Professionell
"Flüssigkeitsaufnahme heute: 1.650ml (Wasser 900ml, Tee 400ml, Suppe 350ml). Bewohnerin trank selbstständig, alle Angebote angenommen."
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Diese Fehler passieren am häufigsten

FehlerWarum problematischBesser
„Scheinbar Schmerzen"Spekulation – nicht dokumentierbarKonkrete Beobachtung + NRS-Score
„Demenziell verwirrt"Diagnosestellung durch PflegekraftBeobachtetes Verhalten beschreiben
„War aggressiv"Bewertung statt BeobachtungWas genau wurde gesagt/getan?
„Hat gut getrunken"Keine Mengenangabe – rechtlich unbrauchbarMenge in ml angeben
Kein ZeitstempelNicht nachvollziehbar, rechtlich problematischDatum + Uhrzeit immer angeben
Nachträgliche Korrekturen ohne KennzeichnungVerfälschung der DokumentationDurchstreichen, neu schreiben, kennzeichnen
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75 Beispiele in 10 Kategorien

Für jede typische Pflegesituation gibt es eine eigene Seite mit professionellen Formulierungsbeispielen:

FAQ: Pflegebericht schreiben

Was ist ein Pflegebericht?

Ein Pflegebericht ist eine schriftliche Dokumentation beobachtbarer Veränderungen, Pflegemaßnahmen und besonderer Ereignisse in der Pflege. Er enthält ausschließlich beobachtbare Fakten, keine Diagnosen und keine Bewertungen. Er ist rechtlich relevant und kann als Beweismittel dienen.

Was gehört in einen Pflegebericht?

Datum und Uhrzeit, beobachtete Veränderungen des Gesundheitszustands, durchgeführte Pflegemaßnahmen, Reaktionen der pflegebedürftigen Person, Informationen an andere Berufsgruppen mit Uhrzeit, besondere Vorkommnisse (Sturz, Ablehnung, Schmerzen) und Handzeichen.

Was darf nicht in einen Pflegebericht?

Diagnosen, Vermutungen, persönliche Bewertungen, Schuldzuweisungen, unleserliche Passagen, nachträgliche Änderungen ohne Kennzeichnung und unbekannte Abkürzungen.

Wie lang sollte ein Pflegebericht sein?

So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Routine ohne Besonderheiten: 1–2 präzise Sätze können genügen. Besondere Ereignisse (Sturz, Schmerzen, Ablehnung): mehrere Sätze mit vollständigen Informationen.

Ist der Pflegebericht rechtlich relevant?

Ja. Pflegeberichte sind rechtsverbindliche Dokumente. Was nicht dokumentiert ist, gilt rechtlich als nicht erbracht. Sie können in gerichtlichen Verfahren als Beweismittel dienen.

Wer darf im Pflegebericht dokumentieren?

Alle an der Pflege beteiligten Fach- und Hilfskräfte im Rahmen ihrer Qualifikation. Die dokumentierende Person muss immer mit Handzeichen oder Kürzel erkennbar sein.

Wie korrigiert man Fehler im Pflegebericht?

Fehler mit einem einfachen Strich durchstreichen (nicht ausradieren oder überkleben), korrekte Angabe daneben schreiben, mit Datum und Handzeichen kennzeichnen. Korrekturtipp und Tipp-Ex sind verboten.

Wie oft muss dokumentiert werden?

Besondere Ereignisse sofort oder zeitnah. Im Regelfall mindestens einmal pro Schicht bei relevanten Veränderungen. Bei stabilen Bewohnern nach Einrichtungsstandard.

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