Pflegebericht Medikamente: Formulierungen & Beispiele

6 Formulierungsbeispiele für die Dokumentation der Medikamentengabe – von der planmäßigen Einnahme bis zur Verweigerung.

6 Beispiele · Kategorie: Medikamente · Kostenlos
Grundlagen

Medikamentendokumentation – rechtliche Bedeutung

Die Dokumentation der Medikamentengabe ist rechtlich besonders relevant. Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht gegeben. Einnahme, Verweigerung, Bedarfsmedikation und Nebenwirkungen müssen lückenlos und zeitnah festgehalten werden.

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6 Formulierungsbeispiele

Pflegebericht Medikamente: Professionelle Formulierungen

01 Medikamenteneinnahme vollständig Medikamente
Planmäßige Morgenmedikation eingenommen
Medikamente genommen.
Morgenmedikation um 08:15 Uhr vollständig eingenommen. Bewohner schluckte alle Tabletten problemlos mit Wasser. Keine Auffälligkeiten nach Einnahme. Gegenzeichnung im Medikamentenblatt erfolgt.
Einnahme immer sofort gegenzeichnen – kein Nachtrag nach mehreren Stunden.
medikamenteinnahmedokumentation
02 Medikamentenverweigerung Medikamente
Bewohnerin verweigert Medikamente
Hat Tabletten nicht nehmen wollen.
Bewohnerin verweigerte um 08:00 Uhr die Morgenmedikation: "Die schmecken eklig." Alternativangebot (zerkleinert im Joghurt) ebenfalls abgelehnt. HA informiert. Angehörige kontaktiert. Ablehnungsdokumentation ausgefüllt. Erneuter Versuch um 10:00 Uhr erfolgreich.
Verweigerungsgrund und Lösungsversuche vollständig dokumentieren.
medikamentverweigerungarztangehörige
03 Nebenwirkung beobachtet Medikamente
Mögliche Nebenwirkung nach Medikamentengabe
Hat nach der Tablette komisch ausgesehen.
Ca. 45 Minuten nach Einnahme von Metformin 850mg (07:45 Uhr) äußerte Bewohner Übelkeit und Magenbeschwerden. Kein Erbrechen. Vitalzeichen stabil. HA telefonisch informiert um 09:15 Uhr: Medikament bis auf Weiteres pausieren. Reaktion im Medikamentenblatt vermerkt.
Zeit zwischen Einnahme und Reaktion sowie Art der Nebenwirkung genau dokumentieren.
medikamentnebenwirkungarztübelkeit
04 Bedarfsmedikation Medikamente
Bedarfsmedikament nach Anforderung verabreicht
Schmerzmedis gegeben.
Bewohner äußerte um 15:30 Uhr Kopfschmerzen (6/10 NRS). Bedarfsmedikation lt. AVO verabreicht: Paracetamol 500mg oral. Wirksamkeitskontrolle 16:30 Uhr: Schmerzstärke 2/10, Bewohner ruhte im Sessel. Einnahme im Medikamentenblatt dokumentiert.
Bedarfsmedikation immer mit Anlass, Dosierung, Zeit und Wirkungsevaluation dokumentieren.
medikamentbedarfschmerzwirkung
05 Insulingabe dokumentieren Medikamente
Insulin subkutan appliziert
Insulin gespritzt.
Insulingabe um 07:45 Uhr: Novorapid 12 IE s.c. lt. AVO. BZ vor Gabe (07:30 Uhr): 168 mg/dl. Injektionsstelle re. Bauchseite, kein Hämatom. Bewohner tolerierte Injektion ohne Beschwerden. BZ-Kontrolle 10:00 Uhr: 142 mg/dl.
BZ-Wert vor und nach Insulingabe, Dosierung und Injektionsstelle immer dokumentieren.
medikamentinsulinbzinjektion
06 Arztinformation wegen Medikament Medikamente
Rücksprache mit Arzt wegen auffälligem Verlauf
Dem Arzt Bescheid gesagt wegen den Medis.
HA Dr. Lange um 11:20 Uhr informiert: Bewohnerin zeigt seit 3 Tagen trockenen Reizhusten nach Einnahme von Ramipril 5mg. HA ordnete Umstellung auf alternatives Präparat an. Neue AVO erwartet. Bewohnerin über Veränderung informiert.
Arztinformation immer mit Uhrzeit, Anlass und Ergebnis/Anordnung dokumentieren.
medikamentarztumstellungnebenwirkung
Häufige Fragen

FAQ: Pflegebericht Medikamente

Was muss bei der Medikamentengabe dokumentiert werden?

Dokumentiert werden: Datum und Uhrzeit der Gabe, Name des Medikaments und Dosierung, Einnahme erfolgt oder verweigert, bei Verweigerung: Grund und Maßnahmen, bei Bedarfsmedikation: Anlass und Wirksamkeitskontrolle, Gegenzeichnung im Medikamentenblatt.

Was tun wenn ein Bewohner Medikamente verweigert?

Zunächst Gründe erfragen (Geschmack, Schluckbeschwerden, Vergessen). Alternativen anbieten (Saft statt Wasser, anderer Zeitpunkt). Arzt informieren. Ablehnung vollständig dokumentieren. Ablehnungsformular ausfüllen. Nie Tabletten ohne ärztliche Genehmigung zerkleinern oder in Flüssigkeit lösen.

Was ist Bedarfsmedikation?

Bedarfsmedikation ist eine ärztlich verordnete Medikamentengabe, die nicht regelmäßig, sondern bei Bedarf (z.B. bei Schmerzen, Übelkeit, Unruhe) gegeben werden darf. Die Anordnung (AVO) legt Medikament, Dosierung, Indikation und Maximaldosis fest. Jede Bedarfsgabe muss dokumentiert werden.

Wie dokumentiert man Insulingaben?

Insulindokumentation: BZ-Wert und Uhrzeit der Messung, Insulinart und Dosierung (IE), Zeitpunkt der Injektion, Injektionsstelle (Rotationsprinzip!), eventuelle Reaktionen, BZ-Kontrollwert nach der Mahlzeit. Abweichungen vom Schema dem Arzt melden.

Wann muss der Arzt bei Medikamentenproblemen informiert werden?

Sofort bei: schweren Nebenwirkungen, anhaltender Verweigerung über mehr als einen Tag, Fehldosierung, Schluckbeschwerden die korrekte Einnahme verhindern, BZ-Werten außerhalb des Zielbereichs. Zeitnah bei: Reizungen, leichter Übelkeit, Fragen zur Dosis.

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