Pflegebericht Ernährung: Formulierungen & Beispiele

7 Formulierungsbeispiele für die sachliche Ernährungsdokumentation – von Appetitlosigkeit bis Gewichtsverlust.

7 Beispiele · Kategorie: Ernährung · Kostenlos
Grundlagen

Ernährungsdokumentation – was wichtig ist

Mangelernährung ist in der stationären Pflege ein häufig unterschätztes Problem. Eine präzise Dokumentation von Nahrungsaufnahme und Gewichtsverlauf ist Grundlage für frühzeitiges Eingreifen. Der Expertenstandard Ernährungsmanagement (DNQP) fordert systematische Erfassung und Dokumentation.

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7 Formulierungsbeispiele

Pflegebericht Ernährung: Professionelle Formulierungen

01 Appetitlosigkeit Ernährung
Bewohner zeigt wenig Interesse an Mahlzeiten
Will nichts essen.
Bewohner nahm zum Mittag nur ca. 30% der angebotenen Portion zu sich. Suppe abgelehnt, einige Löffel Hauptgericht. Auf Befragen äußerte er, keinen Hunger zu haben. Ernährungsprotokoll begonnen. HA über anhaltende Appetitlosigkeit (3. Tag) informiert. Angehörige benachrichtigt.
Ab dem zweiten Tag anhaltender Appetitlosigkeit ärztlich abklären lassen.
ernährungappetitprotokollarzt
02 Nahrungsverweigerung Ernährung
Bewohnerin verweigert alle Mahlzeiten
Hat gar nichts gegessen, will einfach nicht.
Bewohnerin verweigerte alle drei Mahlzeiten. Lieblingspeise (Graubrot mit Butter) zum Frühstück ebenfalls abgelehnt. Keine Schmerzäußerung. Gewicht heute: 51,2kg (gestern 51,8kg). HA Dr. Meyer verständigt. Angehörige um 17:00 Uhr informiert. Ablehnungsprotokoll ausgefüllt.
Vollständige Nahrungsverweigerung immer ärztlich abklären und Gewichtsverlauf dokumentieren.
ernährungverweigerunggewichtarzt
03 Unterstützung bei Mahlzeiten Ernährung
Bewohnerin benötigt Hilfe beim Essen
Beim Essen geholfen.
Bewohnerin beim Mittagessen unterstützt: Speisen mundgerecht zerkleinert, Gabel geführt. Bewohnerin aß ca. 70% der Portion mit Unterstützung. Schluckakt ohne Husten oder Würgen beobachtet. Maßnahme lt. Pflegeplan: orale Unterstützung bei allen Mahlzeiten.
Schlucksituation bei Unterstützung immer beobachten und dokumentieren.
ernährungunterstützungschluckenselbstständigkeit
04 Gewichtsverlust Ernährung
Auffälliger Gewichtsverlust festgestellt
Hat wieder abgenommen.
Wöchentliche Wiegung: 58,4kg (Vorwoche 60,1kg), Gewichtsverlust 1,7kg in 7 Tagen (2,8%). Ernährungsprotokoll der vergangenen Woche: durchschnittlich 60% der Mahlzeiten aufgenommen. HA Dr. Hoffmann informiert, Diätberatung angeordnet. Angehörige in Kenntnis gesetzt.
Gewichtsverlust von mehr als 5% in 30 Tagen ist Warnzeichen – sofort ärztlich abklären.
ernährunggewichtverlustarzt
05 Kostform angepasst Ernährung
Kostform nach ärztlicher Anordnung geändert
Bekommt jetzt weiches Essen.
Kostform lt. AVO ab heute auf Stufe 3 (weich-gekochte Kost) umgestellt. Dysphagiediätplan abgelegt. Küche informiert. Bewohner über Umstellung informiert und einverstanden. Erste Mahlzeit mit angepasster Kost problemlos aufgenommen, kein Husten.
Kostformänderungen immer mit Datum, Begründung und AVO-Grundlage dokumentieren.
ernährungkostformdysphagieanpassung
06 Sondenkost verabreicht Ernährung
Enterale Ernährung über PEG-Sonde
Sondenkost gegeben.
Sondenkost über PEG-Sonde um 09:00 Uhr: 300ml Fresubin Energy lt. AVO, Flussrate 100ml/h. Sondenlage vor Gabe geprüft (Aspiration von Mageninhalt). Keine Leckage, keine Rötung um Sondeneintrittsstelle. Bewohner tolerierte Ernährung ohne Erbrechen oder Unwohlsein.
Sondenlage vor jeder Gabe prüfen und dokumentieren – sicherheitskritisch.
ernährungsondepegenteral
07 Gewicht stabil Ernährung
Wöchentliche Wiegung ohne Auffälligkeiten
Gewicht ok.
Wöchentliche Wiegung: 68,2kg (Vorwoche 68,0kg). Gewicht stabil, keine Ödeme sichtbar. Ernährungssituation lt. Protokoll unauffällig: ca. 80% der Mahlzeiten aufgenommen. Kein Handlungsbedarf.
Auch stabiles Gewicht positiv dokumentieren – Abweichungen werden so schneller erkannt.
ernährunggewichtstabilpositiv
Häufige Fragen

FAQ: Pflegebericht Ernährung

Wie dokumentiert man die Nahrungsaufnahme?

Nahrungsaufnahme in Prozent der angebotenen Portion angeben, nicht mit 'wenig' oder 'gut'. Beispiel: 'ca. 40% der Hauptspeise aufgenommen, Nachspeise vollständig'. Bei auffälliger Unterernährung Ernährungsprotokoll beginnen.

Was ist das Malnutrition Universal Screening Tool (MUST)?

Das MUST ist ein standardisiertes Screening-Instrument für Mangelernährungsrisiko. Es bewertet BMI, unbeabsichtigten Gewichtsverlust und Auswirkungen akuter Erkrankungen. Score 0 = niedriges Risiko, 1 = mittleres Risiko, 2+ = hohes Risiko. Ergebnis dokumentieren und Maßnahmen ableiten.

Was bedeutet Dysphagie und wie wird sie dokumentiert?

Dysphagie bezeichnet Schluckstörungen. Zeichen: Husten oder Würgen beim Essen, Veränderung der Stimmqualität nach dem Schlucken, verlängerte Mahlzeiten. Dokumentieren: Beobachtungen beim Schlucken, Mahlzeitendauer, Kostformempfehlung, Logopädie verständigt.

Wann ist eine Ernährungsberatung angezeigt?

Ernährungsberatung anfordern bei: Gewichtsverlust über 5% in 3 Monaten, BMI unter 20, chronischen Schluckstörungen, anhaltender Appetitlosigkeit über 3 Tage, Umstellung der Kostform. Arzt informieren und Diätberatung veranlassen.

Wie oft sollte gewogen werden?

Bei normalem Ernährungsstatus: wöchentlich bis monatlich nach Einrichtungsstandard. Bei Risiko oder Veränderungen: wöchentlich oder häufiger nach AVO. Immer zur gleichen Uhrzeit, mit vergleichbarer Bekleidung, auf derselben Waage. Ergebnis immer mit Datum und Vergleichswert dokumentieren.

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